News: Brief aus Namibia

Liebe Besucher unserer Website,

dem ein oder anderen ist sicher bekannt, dass wir - die Niederkasseler Pfadfinder - zweimal im Jahr eine Altkleidersammlung durchführen. Der Erlös einer dieser Sammlungen kommt regelmäßig dem Stamm zugute und wird zum Kauf von Material wie z.B. Zelten, Ersatzteilen, Küchenmaterialien, aber auch Reparaturen etc. verwandt. Den Erlös der zweiten Sammlung spenden wir an hilfsbedürftige Einrichtungen, so z.B. an unseren Partnerstamm in Ramba (Kenia, Afrika) oder an die Mission von Schwester Adelheidis, eine aus Niederkassel stammende Ordensschwester die in Shambyu (Namibia, Afrika) in einem Internat arbeitet..

Von dort erreichten uns im Dezember und Januar als Reaktion auf ein Begleitschreiben zu unserer letzten Spende zwei Briefe, die einen Einblick in die Arbeit von Schwester Adelheidis geben und deutlich machen, wie sehr dort Unterstützung benötigt wird. Damit auch Sie einen Eindruck von der Missionsarbeit bekommen - und etwas über die Verwendung Ihrer Altkleiderspende erfahren - drucken wir die Briefe nachfolgend ab.

Wir haben uns über die Post sehr gefreut und wünschen Schwester Adelheidis und ihren Mitschwestern von hier aus weiterhin alles Gute und viel Erfolg bei ihrer täglichen Arbeit..

Gut Pfad!
Die Leiterrunde des Stamm Roncalli Niederkassel & der Siedlung Franziskus


Brief 1 (Dezember 2006):

Liebe Frau Walrafen,

lieben Dank für Ihren interessanten Bericht von allen Treffen und Feiern der Pfadfinder. Früher hat Frau Narres mir solche Berichte zukommen lassen und ich habe mich gefreut ..

Ich war zwischenzeitlich in Windhoek in Meetings (Besprechungen) und war drei Wochen weg von der Mission. Nun möchte ich Ihnen und allen Pfadfindern und Mitgliedern des Stammes Roncalli eine frohe und gnadenreiche Weihnacht wünschen und ein friedvolles und gesegnetes neues Jahr. Hier haben wir die große Hitze, aber das hindert uns nicht daran Weihnachten zu feiern. Wir sind dankbar dieses Fest zu gestalten und anderen eine Freude zu machen. Und nicht zuletzt Gott zu danken für den neu geborenen Herrn in der Krippe, Jesus unseres Erlösers und Heilands. Möge dieses Fest Euch viel Freude bereiten. Und ich möchte Ihnen zusammen mit unseren Kindern von Herzen danken. Möge der Heiland der Welt Ihnen alles vergelten für diese große Spende.

Da ich nicht mehr in meinem Beruf als Krankenschwester tätig bin und auch nicht mehr in unserem College mit den Finanzen arbeiten kann (wegen meiner Probleme mit den Augen) kümmere ich mich umso mehr um die Armen. Wir haben viele Aidswaisen in unserem Internat und auf der Mission sind es mehr als 600 Kinder die wir betreuen. Unsere "Secondare" Schule ist im sog. Grad 10 die beste im ganzen Land und im Grad 12 die zweitbeste Schule. Von meinen Mitschwestern, für die ich verantwortlich bin, sind drei als Lehrerinnen tätig. Eine in der "Aidsaction", welche ein Gebiet über 200 km hier im Norden des Landes versorgt und freiwillige Helfer und Helferinnen ausbildet, die den Aidsfamilien beistehen und sich um Waisen die keine Eltern mehr haben kümmert. Unsere Schwestern besuchen die Familien und ich versuche Aidswaisen in der Ausbildung zu helfen. Mit den Spenden kann ich das Schulgeld bezahlen und Uniformen und Kleider kaufen, natürlich auch Schulmaterial wie Stifte and Taschenrechner usw. Den Müttern in unserer Umgebung kaufe ich schöne Körbchen und Matten ab und verkaufe diese dann weiter z.B. an Touristen, was nicht leicht ist. Immerhin bin ich schon über 70, aber mir geht es gut und nur die Augen sind ein Hindernis. Meine andere Mitschwester ist pastoral tätig und besucht über dreißig Buschkirchen, d.h. Gemeinden. Oft wird sie begleitet von einer unserer Schwestern. Ich versuche in einer nächsten E-Mail Bilder zu schicken.

Noch einmal meinen herzlichsten Dank an Sie und alle Pfadfinder. Liebe Grüße für heute und in unserem Gebet sind Sie alle dabei

Ihre Schwester Adelheidis, OSB


Brief 2 (Januar 2007):

Lieber Herr Pastor, liebe Pfarrgemeinde in Niederkassel, Liebe Frauengemeinschaft.
Liebe Pfadfinder und alle die an uns denken!


Einen lieben Gruss aus Namibia und ich hoffe der Brief erreicht Sie alle. Zuerst möchte ich von Herzen danken für all die Hilfe aus meiner Heimat. Es ist ein Trost in Niederkassel Daheim zu sein. So wie ich hörte habt Ihr endlich Winter und hier regnet es in vollen Strömen was eine Wohltat ist. Denn es war sehr heiß und nun die Abkühlung. Ich hoffe es geht allen soweit gut. Am Samstag muss ich wieder nach Windhoek für meine zweimonatliche Spritze, sonst wäre ich unfähig etwas zu tun. Gott ist gut und ich bin sehr dankbar für jeden Tag. 71 ist ja noch kein Alter und auch noch kein exuse (Entschuldigung) für im Sessel zu sitzen. Umso mehr denke ich an alle die, die krank sind und nicht mehr viel tun können und leiden. Gott ist allen nahe und auch das ist ein Trost. Wir können unseren Dank an Sie alle nur im Gebet weitergeben und das tun wir in unserer Gemeinschaft hier. Meine Gedanken gehen oft nach Niederkassel und besonders zu allen die uns nahe stehen und uns unterstützen durch ihre Gebete und die vielen Spenden für unsere Armen und betroffenen Familien und Aidswaisen. Nochmals lieben Dank und herzliche Grüße aus Shambyu, Namibia.

Mit allen Schwestern von unseren 4 Missionsstationen die sich um diese Aidswaisen und Kinder kümmern möchte ich auch in ihrem Namen herzlich Danken. Nehmen Sie die Blumen von uns die an Sie denken und für Sie beten.

Sr. Adelheidis, Elisabeth Florin OSB

Marcus am 7 Februar, 2007 - 15:13. Zum Kommentieren: anmelden oder registrieren.